Frustrierte Mitarbeiter – was kann ich dagegen tun?

 In Allgemein, Unternehmertum

Die meisten Mitarbeiter gehen mit hoher Motivation an ihren Job. Sie haben Spaß an der Arbeit und wollen Leistung bringen. Sie erfüllen Aufgaben, weil sie einen Sinn darin sehen und nicht nur, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Aber in der Arbeitswelt existiert auch das Gegenteil – frustrierte und demotivierte Mitarbeiter.

Doch was bedeutet es für den Handwerksbetrieb, wenn Beschäftige demotiviert sind?

Diesen Zustand sollten Inhaber nicht unterschätzen. Denn frustrierte Mitarbeiter beeinflussen die Firma – und zwar im negativen Sinn. Durch ihren mangelnden Einsatz liefern sie schlechtere Ergebnisse. Damit leidet die Qualität. Kunden werden unzufrieden und über längere Sicht sinkt der Umsatz. Neben den direkten finanziellen Auswirkungen beeinflusst die Demotivation auch Kollegen und verschlechtert das Betriebsklima. Womöglich richtet sich die unzufriedene Stimmung von Mitarbeitern gar gegen den Chef. Grund genug, um etwas gegen Frust in der Belegschaft zu tun!

Dieser Blogartikel zeigt, wie Betriebsinhaber Mitarbeiter motivieren, Demotivation vermeiden und mit frustrierten Mitarbeitern umgehen.

Mitarbeiter motivieren

Mitarbeitermotivation gehört zu den Säulen erfolgreicher betrieblicher Arbeit. Dafür müssen die Arbeitsbedingungen stimmen, der Arbeitsplatz sollte für optimale Prozesse eingerichtet sein. Wichtig ist außerdem ein Betriebsklima, das sich durch transparente Kommunikation auszeichnet. Bei den Tätigkeiten sollten monotone Abläufe vermieden werden.

„Grundsätzlich empfiehlt es sich für Inhaber, den Mitarbeitern Wertschätzung zu zeigen und Interesse entgegenzubringen. Von Vorteil ist es, eine positive Haltung vorzuleben.“

Macht der Mitarbeiter einen Fehler, ist der Ärger des Betriebsinhabers verständlich. Dennoch ist für ihn ratsam, sich vor allem auf die Lösung zu konzentrieren und nicht den Frust am Mitarbeiter auszulassen. Der Mitarbeiter soll ruhig erfahren, wie ernst die Situation ist, aber der Chef sollte vermeiden, ihn anzuklagen. Denn kommt es dann zu einem erneuten Fehler, vertuscht der Mitarbeiter diesen womöglich.

Mitarbeiter motivieren gelingt auch durch einzelne Maßnahmen. Ein gutes Gehalt und Bonuszahlungen wirken sich häufig positiv auf das Engagement der Belegschaft aus. Doch der motivierende Effekt von Gehalt stößt auch irgendwann an seine Grenzen. Vergibt ein Chef Belohnungen für eine besondere Leistung, ist es sinnvoll, diese auf die Vorlieben den Mitarbeiter anzupassen und möglichst zeitnah zu reagieren. Damit wächst das Gefühl der Wertschätzung. Solche Belohnungen können beispielsweise Geschenkgutscheine sein.

Demotivation vermeiden

Die wirksamste Strategie gegen Demotivation im Handwerksbetrieb ist es, sie gar nicht erst auftreten zu lassen. Dafür empfiehlt sich, auf Umstände zu schauen, die Mitarbeitern besonders zusetzen. Inhaber können diese Bereiche prüfen und wenn nötig, Änderungen vornehmen.

1. Desinformation: Es ist sinnvoll, Veränderungen im Betrieb offen zu kommunizieren. Dazu gehört vor allem, dass Beschäftige erfahren, welche Auswirkungen diese Umstrukturierungen zur Folge haben. Darüber hinaus sollte sich die Betriebsleitung nicht von der Belegschaft abschotten. Bei den Mitarbeitern entsteht so der Eindruck, der Chef interessiere sich nicht für ihre Arbeitswelt.

2. Fehlendes Klima für Veränderungen: Trauen sich Mitarbeiter nicht, Wünsche in Bezug auf ihre Entwicklung zu äußern, läuft im Handwerksbetrieb etwas falsch. Vorgesetzte sollten darauf achten, dass ein positives Klima vorherrscht.

3. Schwelende Konflikte in der Belegschaft: Missstimmungen im Team können vorkommen. Hält sich jedoch ein schwelender Konflikt über längere Zeit, wirkt sich dies negativ auf die Mitarbeiter aus. Darf einen Störer sein Fehlverhalten zu lange ausleben, frustriert dies die übrigen Teammitglieder. Für die Betriebsleitung ist es ratsam, solche Konflikte früh zu lösen.

4. Umgang mit Erwartungen: Werden berechtigte Erwartungen der Mitarbeiter nicht erfüllt, sollten die Gründe dafür transparent gemacht werden. Bleibt der Vorgang ohne Erklärung, sind betroffene Mitarbeiter oft enttäuscht. Es ist fatal, wenn beim Beschäftigten der Eindruck entsteht, dass er als unwichtig wahrgenommen wird.

5. Stress: Herrscht im Betrieb hoher Druck auf die Mitarbeiter, wirkt sich dies negativ auf die Stimmung aus. Wer permanent Höchstleistung bringen muss, fühlt sich erschöpft. Die Motivation der Beschäftigten leidet besonders, wenn sie den Eindruck haben, dass sie den Arbeitsdruck auch bei größter Anstrengung nicht mehr senken können.

6. Gehaltsunterschiede: Die Höhe der ausgezahlten Gehälter beeinflusst die Stimmung in der Belegschaft. Bei unfairer Entlohnung reagieren die meisten Mitarbeiter empfindlich. Denn die Zahlen auf dem Lohnzettel gelten als Gradmesser für die Wertschätzung durch den Arbeitgeber.

 Erkennen Betriebsinhaber Defizite in diesen Bereichen und beheben diese Missstände, können sie viel für die Zufriedenheit in der Belegschaft tun. Empfehlenswert für die Mitarbeitermotivation ist es, grundsätzlich ein gutes Betriebsklima zu schaffen und zu bewahren. Eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit verhindert Frustration.

Mit frustrierten Mitarbeitern richtig umgehen

Nicht immer gelingt es, der Demotivation von Mitarbeitern vorzubeugen. Daher sollten Betriebsinhaber wissen, wie sie mit frustrierten Beschäftigten umgehen können. Wichtig ist dabei, die Anzeichen für Demotivation möglichst früh wahrzunehmen. Um zu erkennen, wann ein Beschäftigter demotiviert ist, ist es sinnvoll, sich diesen Zustand genauer vor Augen zu führen.

Demotivation zeigt sich bei Mitarbeitern darin, dass sie Engagement bei der Arbeit verweigern. Ihre Einsatzbereitschaft sinkt und sie leisten weniger, wirken matt und lustlos. Unter Umständen zeigen sie negative Gefühle wie Ärger und äußern sich pessimistisch oder sarkastisch.

Merken Betriebsinhaber, dass der Einsatz eines Mitarbeiters im Vergleich zu früher deutlich abgenommen hat und er häufig genervt erscheint, ist er womöglich frustriert. Auch zunehmende Fehlzeiten, verlängerte Pausen und mangelndes Interesse am Arbeitsumfeld sind Anzeichen dafür. Dann sollte Vorgesetzte schnellstens handeln. Nicht immer gelingt das – und häufig kann die Führungskraft nicht einmal etwas dafür.

„Im Betriebsalltag fallen frustrierte Mitarbeiter auf. Sie verringern Ergebnisse.“

Für den Chef ist wichtig, herauszufinden, warum der Mitarbeiter kaum noch Engagement zeigt. Denn der Frust des Beschäftigten ist unter Umständen hausgemacht. Mitarbeiter benötigen Anerkennung und Lob. Doch nicht in jedem Fall reicht dies aus, um den Beschäftigten aus seinem Zustand zu holen. Leistet er nur noch „Dienst nach Vorschrift“, ist es ratsam, die Situation zu klären und wenn möglich, klare Vereinbarungen zu treffen. Dafür empfehlen sich folgende Schritte:

1. Ursachen klären
Der Chef spricht so früh wie möglich mit dem Mitarbeiter. Im persönlichen Gespräch sollten die Gründe für das unmotivierte Verhalten geklärt werden. Die mangelnde Motivation des Beschäftigten kann durch Rahmenbedingungen im Betrieb begründet sein. Auch Unter- oder Überforderung ist dafür eine mögliche Ursache. Optimalerweise werden diese Hindernisse im Gespräch beseitigt.

2. Leistung feststecken
Der Vorgesetzte sollte dem Mitarbeiter vermitteln, welche Leistungen und Ergebnisse von ihm erwartet werden. Gemeinsam werden die dafür nötigen Rahmenbedingungen besprochen. Der Mitarbeiter erklärt, was er dafür können und unter Umständen lernen muss.

3. Bereitschaft des Mitarbeiters
Der Chef fragt den Mitarbeiter, ob er die Aufgabe zu den gemeinsam vereinbarten Konditionen übernimmt. Lehnt er diese hat, sollte dies disziplinarische Folgen haben.

4. Feedback vereinbaren
Übernimmt der Beschäftigte die Aufgabe, ist es ratsam, ein Verfahren für die Überprüfung seiner Arbeit zu vereinbaren. Dafür eignet sich in besonderem Maße ein wertschätzendes Feedback, das gute Ergebnisse würdigt und auf offene Punkte hinweist.

5. Positive Haltung
Kommt es mit dem Mitarbeiter zu einer Vereinbarung, dankt ihm Betriebsleiter für seine Kooperation. Der Vorgesetzte sollte eine positive Haltung zeigen und dem Angestellten sagen, dass er davon ausgeht, der Mitarbeiter werde gute Ergebnisse liefen.

Fazit:

Der Betriebsinhaber hat viel selbst in der Hand
Um die Demotivation von Mitarbeitern zu vermeiden, liegt viel beim Betriebsleiter selbst. Er sollte darauf achten, klar zu kommunizieren und Konflikte im Team frühzeitig zu lösen. Hoher Arbeitsstress über eine längere Zeit sollte nicht vorkommen. Natürlich ist das leichter gesagt, als getan.

Wer die Motivation stärken will, sollte für ein gutes Arbeitsklima sorgen. Eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit wirkt positiv auf das Engagement des Teams. Zeigt sich ein Mitarbeiter dennoch frustriert, sollte der Chef nicht zögern, ein Gespräch zu führen, bei dem klare Vereinbarungen getroffen werden.

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