Von schwäbischer Handwerkskunst und fatalen digitalen Folgen

 In Allgemein, Aus der Praxis, MemoMeister, Suchen und finden, Verwaltung von Fotos

Gestern war sie wieder da. Die unglaubliche Lust auf schwäbische Handwerkskunst. Maultaschen. Mit dem Hunger kam aber auch die Erinnerung an eine vergangene Geschichte und einer gleichzeitig beginnenden stundenlangen digitalen Tortur. Aber von Beginn an:

Wie es eingangs vermuten lässt, geht der Lust auf Maultaschen eine prägende Geschichte und eine bei jedem Bissen immer wiederkehrende Erinnerung daran einher. Der Beginn meiner digitalen Tortur.

Wir schreiben das Jahr 2013 und es folgen die original Sätze der E-Mail an einen großen schwäbischen Maultaschenhersteller:

Sehr geehrte Damen und Herren,

vorab möchte ich gesagt haben, dass Ihre Maultaschen weltklasse sind!

Nun kommt es aber doch zu dem ein oder anderen Kritikpunkt…

Letztes Wochenende kamen ein Freund und ich zweimal von nächtlichen Aktivitäten (sowohl am Samstag den 29.06.2013 als auch am Sonntag den 30.06.2013). Da wir unsere Maultaschen am liebsten gebraten und mit erntefrischen Zwiebeln konsumieren, kam es zu diversen Zwischenfällen.

 Leider beinhaltet die Zubereitung der Maultaschen auf der Verpackung nur die gute alte schwäbische Hausfrauenvariante, in Form einer Brühe…

 Zu der Zubereitung mit einer Pfanne finden sich keinerlei Hinweise. Und so nahm das Unheil seinen Lauf.

In der ersten Nacht folgte auf die Zubereitung Ihrer Maultaschen ein kurzzeitiger Krankenhausaufenthalt, welcher  nur mit 5 Stichen beendet werden konnte.

Da ich nun nicht mehr in der Lage war meinem Kumpel und mir unser Leibgericht zuzubereiten, sprang am darauffolgenden Tag kurzfristig mein Bro ein.

Doch da er ebenfalls auf Grund mangelnder Hinweise heillos überfordert war, brannten sich Ihre Maultaschen regelrecht in unsere Pfanne ein.

Einen Feuerwehreinsatz konnte er zum Glück mit einem beherzten Sprung zur Pfanne nach einem kurzzeitigen Schläfchen verhindern. Nicht auszudenken er hätte nicht so schnell reagiert… die Rauchvergiftung hatte sich zum Glück auch in Grenzen gehalten. Allerdings hat die Pfanne dieses nicht überstanden.

Damit nun andere Konsumenten nicht in diese Situation geraten, wären Hinweise zur Zubereitung in einer Pfanne unbedingt von Nöten! Eventuell können wir auch eine geschäftliche Beziehung aufbauen, in der wir als Testpersonen fungieren. Eine Werksführung und pfannenfertige Maultaschen als Entschädigung würden wir sehr begrüßen!

Für weitere Fragen stehe ich jederzeit zur Verfügung.

Hochachtungsvoll die Geschädigten“

Eine wahre Geschichte

Ihr lest und seht eine voll umfänglich dokumentierte wahre Geschichte. Doch der Weg da hin? Steinig. Sehr steinig, schwer und lang. Um genau zu sein 4 Stunden lang.

Freundliche Grüße gehen an dieser Stelle raus an WhatsApp und den Facebook Messenger. Ich hasse euch.

Mir war weder das Jahr dieser unfassbaren Geschichte bekannt, noch über welches Tool ich an wen die Belegbilder geschickt hatte. Die gesendete E-Mail an den Hersteller war nach diesen Jahren auch bereits verschollen. Von einer privaten strukturierten Fotosammlung fangen wir besser nicht an. Und so begann die Reise durch unzählige Chats, Fotos und Anstubser. An dieser Stelle auch Entschuldigung an Nadia die mich wohl vor 5 Jahren bei Facebook angestubst hat, ich aber wohl nicht zurückgestubst habe.

Ich schweife ab. Diese unstrukturierten Messenger-Ablagen machen mich ganz kirre. Ich frage mich ernsthaft, kann in Betrieben eine derartige Dokumentation und Kommunikation wirklich funktionieren? Und wo ist hier bitte der zeitliche Vorteil, den so ein Messenger angeblich bieten soll? Was passiert wenn auf Informationen Jahre später zurückgegriffen werden muss? Der Kostenfaktor der Suche?

Ich trauere den verlorenen 4 Stunden hinterher und erfasse die Trauer strukturiert und nachvollziehbar in MemoMeister. Meine Kinder werden es mir später danken.

weitere spannende Artikel
MemoMeister Update: Video, Memolink und ExportfunktionDigitales Bautagebuch